28. September 2011
BI Lebendige Bahnhofstraße, 25. 08. 2011 Alex Füller
Abbrucharbeiten in der Bahnhofstraße, Gespräch beim Umweltamt, am 17. August 2011, Gedächtnisprotokoll
Teilnehmer:
Dr. Zirkwitz und 3 weitere Mitarbeiter des Umweltamtes, Herr Fehrer (Baurechtsamt), Vertreter der Firma Züblin und des Gutachterbüros
Bürgerinitiative: Dietrich Hildebrandt, Jörg Junge, Alex Füller
Anlass des Gesprächs war die – auf Erfahrungen beruhende – Besorgnis der BI, und speziell derjenigen ihrer Mitglieder, die an der Bahnhofstraße wohnen, dass die Abrissarbeiten der landeseigenen Gebäude an der Bahnhofstraße mit erheblichen Schadstoff (Feinstaub-)- und Lärm-Emissionen verbunden sein könnten, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowohl der beschäftigten Mitarbeiter des Abbruchunternehmens als auch der Anwohner und auch der Passanten führen dürften.
In dem Gespräch wurde darüber informiert, dass die Abbrucharbeiten im September dieses Jahres beginnen und voraussichtlich 9 Monate dauern sollen. Sie werden von einer Fachfirma durchgeführt, die berechtigt und qualifiziert ist, schadstoffhaltige Materialien sachgerecht zu beseitigen und zu entsorgen. Die Arbeiten an den Justizgebäuden sollen sich im wesentlichen an dem im Behördengebäude (ehemaliges Finanzamt) angewandten Verfahren orientieren.
Auf Anfrage hin wurde von dem Gutachter versichert, dass dort die Säcke, in welche die staubförmigen Materialien verbracht wurden, dicht waren und dem Stand der Technik entsprachen. Auch wurden die Vorschriften des Arbeitsschutzes berücksichtigt, und ihre Einhaltung wurde bei regelmäßigen Begehungen und Kontrollen durch die Abteilung Gewerbeaufsicht beim Umweltamt überprüft.
Bei dem im Rahmen der Sanierungs- und Entsorgungsmaßnahmen entstehenden Feinstaub im ehemaligen Finanzamt handelte es sich durchweg um künstliche Mineralfasern (KMF) – Spritzasbest existierte hier, z. B. an den konstruktiv wichtigen Bauteilen, gar nicht. Dieser Tatbestand sei auf die in den achtziger Jahren durchgeführten Sanierungsmaßnahmen zurückzuführen. Die behaupteten gesundheitliche Belastungen der Mitarbeiter der Behörden durch Asbestimmissionen Begründung für Abriss und Umbau der Gebäude könnten auf keinen Fall als hinreichende Begründung für den Abriss und den Neubau der Behördengebäude angeführt werden.
Bei den Abbrucharbeiten der ehemaligen Justizgebäude wurde folgendes Verfahren zwischen den beteiligten Behörden, Firmen und dem Gutachter vereinbart und mitgeteilt:
- Beginn mit einem der Gebäude,
- Abschluss des Gebäudes nach außen,
- Erzeugung eines Luftstroms,
- Sanierung des Gebäudes innen (Entfernung der KMF)
- Wenn Asbest festgestellt, dann Einhausung des Gebäudeteils, Arbeit bei Unterdruck
- Nach Abschluss der Sanierung Abriss des Gebäudes
- Überlappendes Vorgehen beim nächsten Gebäude.
Während der Abbrucharbeiten ist der Gutachter wöchentlich vor Ort, ebenso die Abteilung Gewerbeaufsicht des Umweltamtes. Das Verfahren soll weitestgehend transparent und unter Kontrolle der Aufsichtsbehörden durchgeführt werden.
Sowohl der Gutachter als auch die Abteilung Gewerbeaufsicht sind für die interessierte Öffentlichkeit erreichbar. Zur Information wird ein Faltblatt mit dem Zeitplan, den Adressen der Ansprechpartner usw. publiziert.
Als weiteres Problem wurde von Seiten der Initiative die Entstehung von Lärm bei den Abrissarbeiten, insbesondere der 2 Meter starken Mauern der unterirdischen Bunker, eingebracht. Dieses Problem wird allgemein als erheblich angesehen – man will sich bemühen, durch verschiedene technische Maßnahmen und durch Einhaltung von Ruhezeiten die Belastungen der Anwohner zu minimieren, wurde zugesagt. Vor allem morgens sollen keine lärmintensive Arbeiten (z. B. mit Presslufthämmern) durchgeführt werden.
Auf die Möglichkeit direkter Kontakte mit den Firmen und dem Umweltamt wurde verwiesen.
Hinsichtlich möglicher Gebäudeschäden durch Vibration und eine Entschädigung dafür besteht laut Aussagen der Beteiligten die Möglichkeit, sich Gutachten durch die beteiligten Firmen und Experten erstellen zu lassen. Dazu können die Betroffenen sich mit dem Gutachter vor Beginn der Aktion in Verbindung setzen.
Insgesamt wurde bei dem Gespräch deutlich, dass die beteiligten Ämter und der Gutachter sachkundig und vorbehaltlos informierten, dass offensichtlich auf Transparenz des Verfahrens geachtet wird und dass die Besorgnisse und gegebenenfalls auch Beschwerden der Anwohner ernst genommen werden.
28.9.20100: Warum beteiligt sich die BI Lebendige Bahnhofstraße am Netzwerk Verkehrswende Heidelberg ?
Die durch die massive Neubebauung entlang der Kurfürsten-Anlage verursachte zusätzliche Verkehrsbelastung auf der sowieso schon stark belasteten Kurfürsten-Anlage beeinträchtigt das positive Ziel des Bebauungsplans der besseren Querung der Kurfürsten-Anlage für FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Dieser Widerspruch kann nur durch eine grundsätzliche Änderung der Mobilität erreicht werden und nicht alleine durch örtliche, kleine technische Maßnahmen ( wie z.B. kürzere Ampelwartezeiten, größere Aufstellflächen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen u.a.). Begleitend zu solchen kurzfristig kleinen Lösungen ist eine grundsätzliche Änderung des Mobilitätsverhaltens und der städtischen Mobilitäts- und Verkehrspolitik notwendig. Deshalb hat sich die BI Lebendige Bahnhofstraße entschlossen, gemeinsam mit dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland und anderen Organisationen das Netzwerk Verkehrswende Heidelberg zu gründen. Eine erste Veranstaltung findet dazu am 12.10.2011 statt, weitere werden folgen. Anfang 2012 wird die BI Lebendige Bahnhofstraße zu einer Veranstaltung zur Verkehrsplanung in der Kurfürsten-Anlage und der Bahnhofstraße einladen.
Verkehrsplanung in der Kurfürsten-Anlage und der Bahnhofstraße war ein zentrales Thema in der “Zukunftswerkstatt Bahnhofstraße” am 3.4.2011. Hier die zentralen Wünsche und Forderungen:
Zusammenfassung der wichtigsten Wünsche aus der Zukunftswerkstatt
1. Bebauung: Keine Nachverdichtung, nur Neubebauung auf den Bestandsflächen !
Bei den noch nicht überplanten Bauflächen (also Zollamt, Bauhaus, Geschäftszeile an der Kurfürsten-Anlage und die Arrondierung des Crowne Plaza Hotels ) dürfen neue Gebäude mit maximal 4 Vollgeschossen nur auf den bestehenden Grundflächen gebaut werden. Damit soll die geplante massive Nachverdichtung und Verdoppelung der Nutzflächen und des Verkehrs verhindert werden.
2. Öffentlicher Raum: nichtkommerzielle Begegnungsräume für ALLE erhalten, neu schaffen und aufwerten !
Der bestehende Bebauungsplan privatisiert ca. 5.000 qm öffentlicher Raum. Das wird abgelehnt. Am Standort des Busbahnhofs könnte stattdessen sehr bald ein neuer öffentlicher Platz entstehen, wenn nur die vorhandenen Bauflächen neu überbaut werden könnten.
3. Verkehr: Das Verkehrskonzept von den motorisierten Rädern auf die menschlichen Füsse stellen: Weststadt und Bergheim fußgänger- und radfahrerfreundlich verbinden !
Die absehbare Verkehrsplanung bevorzugt nach wie vor den Autoverkehr und den öffentlichen Verkehr. Aufstellflächen auf den Mittelinseln sind zu klein bemessen, die Ampelwartezeiten für RadfahrerInnen und FußgängerInnen werden auch weiterhin bis zu 4,5 Minuten lang sein. Eine umweltbewusste Verkehrsplanung sieht anders aus: Sie muss sich an den Interessen der FußgängerInnen, der RadfahrerInnen, dann dem öffentlichen Verkehr und schließlich am Autoverkehr orientieren. In der Bahnhofstraße sollte das Verkehrskonzept der „Begegnungszonen / Shared Space“ getestet und bei Erfolg auch in die Kurfürsten-Anlage übertragen werden.
Im Detail, Auszug aus dem Forderungskatalog:
BARRIEREFREIHEIT
Die Zukunftswerkstatt wünscht:
- Alle baulichen und verkehrlichen Maßnahmen müssen barrierefrei umgesetzt werden ( DIN 32975 ). Der Bevölkerungsanteil von Menschen mit Behinderungen beträgt ca. 20 %; bedingt durch demografische Entwicklungen wird dieser Anteil in den nächsten Jahrzehnten steigen. Deren Bedürfnisse müssen zwingend in die Planungen einfließen.
VERKEHR
Die Zukunftswerkstatt wünscht:
- Einbindung der Übergänge über die Kurfürsten-Anlage in ein städtisches Rad- und Fußgängernetz. Die vorrangigen Ziele, die schnell und sicher erschlossen werden müssen, sind: Bismarckplatz, Altstadt, Bergheimer Straße, Hauptbahnhof, Bahnstadt sowie eine schnelle Süd-Nord und Nord-Süd Achse, mit Anbindung an den Neckar und an den Ost-West und West – Ost Verkehr.
- Grüne Welle und Beschleunigungsprogramm für RadfahrerInnen und FußgängerInnen: Die Vorrangschaltungen für den ÖPNV müssen mit dem Fußgängerverkehr und nicht mit dem Autoverkehr koordiniert werden. An Haltestellen muss für Fußgänger grün sein, wenn eine Straßenbahn kommt, damit sie ggf. in die Straßenbahn auch einsteigen können.
- Kurze Wartezeiten an den Fußgänger- und Radfahrampeln, längstens 60 Sekunden und nicht, wie vorgesehen, durchschnittlich bis ca. 70 Sekunden. Denn daraus ergeben sich wieder Wartezeiten bis 270 Sekunden, wie es zur Zeit der Fall ist. Im ungünstigen Falle muss derzeit ein Fußgänger, der vom Römerkreis zum Bismarckplatz läuft, bis zu 7 Minuten an zwei Ampeln zubringen, bei einer reinen Gehzeit von ca. 8 bis 10 Minuten. Für RadfahrerInnen sind die relativen Wartezeiten noch höher. Die langsamsten und nicht die schnellsten Fortbewegungsarten müssen am flüssigsten geleitet werden.
- Ausreichend große Aufstellflächen an den Übergängen, vor allem auch für RadfahrerInnen: mindestens 4,00 x 3,00 Meter, damit auch Fahrräder mit Kinderanhänger (Länge ca. 3,50 Meter ) sich dort gefahrlos aufstellen können. Im Moment sind nur 2,00 Meter x 3,00 Meter vorgesehen.
- Ausreichend lange Querungszeiten, damit auch mobilitätseingeschränkte Menschen gut queren können.
- Fußgängergehwegbreite: ca. 4,00 Meter, richtig abgetrennt von den Radwegen.
- Breite der Radwege im Zweirichtungsverkehr: 4,00 Meter, damit ein gefahrloses und schnelles fahren möglich ist.
- Die gesetzlich vorgeschriebenen Radparkplätze müssen oberirdisch,möglichst auch überdacht, angelegt werden.
- Tempo 30 in der Kurfürsten-Anlage, der Bahnhofstraße und in den Querungsachsen.
- Keine Tiefgaragen Ein- und Ausfahrten auf den Hauptquerungsachsen für FußgängerInnen und RadfahrerInnen, Verlegung der vorgesehenen Ein- und Ausfahrten in der verlängerten Kleinschmidtstraße an die West-, bzw. Ostseite der beiden Strabag Gebäuden.
- Seitenlage der Straßenbahn statt Mittellage: dadurch Verbesserung der Erreichbarkeit von Haltestellen und Gewinnung von Straßenraum für die oben genannten Verbesserungen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen.
ALTERNATIVEN ENTWICKELN
Die Zukunftswerkstatt wünscht:
- Es sollte ein Wettbewerb für ein ökologisch orientiertes Verkehrskonzept für den Bereich des Bebauungsplans Bahnhofstraße – Kurfürsten-Anlage ausgeschrieben werden. Ideen des Konzepts Shared Space und des Stadtentwicklungkonzepts „StadRaumFluss“ sollen Bestandteil der Ausschreibung sein. Alle Planungen müssen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handicaps zugeschnitten sein; die Vorschriften der DIN 32975 müssen umgesetzt werden.
- Im Bereich der Bahnhofstraße und den Seitenstraßen und in einem stärker befahrenen Kreuzungsbereich der Kurfürsten- Anlage soll das Konzept Shared Space versuchsweise getestet werden. Bis die Erfahrungen ausgewertet sind, sollten in der Kurfürsten-Anlage keine baulichen Fakten geschaffen werden, die für das Konzept Shared Space hinderlich wären.
- Im Bebauungsplan sollte verbindlich vorgeschrieben sein, dass ein objektbezogenes ökologisches Verkehrsmanagement eingerichtet wird, um unnötigen Autoverkehr zu vermeiden und um die Rush-Hour Zeiten zu entzerren
Presseerklärung der BI Lebendige Bahnhofstraße zum Eigentümerwechsel des Neubauobektes in der Bahnhofstraße
Monopoly in der Bahnhofstraße ?
Die Heidelberger Immobilienentwickler und Investoren „Conceptaplan & Kalkmann Wohnwerte” haben vom Großinvestor STRABAG das Gebäude westlich neben dem Justizzentrum gekauft. Es sollen auf einer Fläche von 5.300 qm Wohnungen entstehen, wovon 20 %, also ca. 1.100 qm, geförderter, preisgünstiger Wohnraum sein werden. Im Erdgeschoss ( ca. 2.300 qm ) sollen Läden und ein Kindergarten angesiedelt werden.
Die Bürgerinitiative Lebendige Bahnhofstraße begrüßt es, dass die neuen Heidelberger Eigentümer sich besser an den Ergebnissen des Architektenwettbewerbs und an den städtebaulichen Vorgaben orientieren und nun vor allem Wohnungen, auch preisgünstige, bauen werden. Wir wünschen uns darüber hinaus von den neuen Eigentümern aber auch eine weitreichende Sensibilität für die sonstigen kritischen Fragen aus der Bürgerschaft, die sich aus diesem Mammutbauvorhaben am Rande der Innenstadt ergeben.
Die grundsätzlichen Probleme des gesamten Bauvorhabens, die auf dem schlechten, unter erheblichem Druck von außen entstandenen, städtischen Bebauungsplan beruhen, lösen sich natürlich durch den Eigentümerwechsel auch nicht. Die vielfältigen guten städtebaulichen Versprechungen aus dem Siegerentwurf des städtebaulichen Ideenwettbewerbs von 2004, insbesondere die weniger dichte Bebauung, werden in den aktuellen Bauvorhaben nicht mehr umzusetzen sein. Die Planung müsste dazu vollständig verändert werden. Dies ginge natürlich zu Lasten des wirtschaftlichen Gewinns, was wir wohl auch von Heidelberger Investoren nicht erwarten können. Um aber das Ziel einer angemessenen, lockeren Bebauung bei den künftigen Baufeldern (Bauhaus, Zollamt usw.) erreichen zu können, fordert die BI Lebendige Bahnhofstraße eine umfassende Revision des geltenden Bebauungsplans durch den Gemeinderat.
Aktuell wünschen wir uns, dass die neuen Eigentümer offene Ohren für folgende Vorschläge haben:
Die Tiefgarageneinfahrten des Gebäudes sollten an die Ostseite verlegt werden. Dadurch würde die neue, wichtige Fußgänger- und Radfahrverbindung nach Bergheim in der verlängerten Kleinschmidtstraße an Sicherheit und Qualität gewinnen.
Die bisher geplante Fassadengestaltung ist ästhetisch unbefriedigend. Die Gebäudekanten sind relativ lang, die Rasterstruktur der Fassade bislang sehr monoton. In der Weststadt spricht man bereits von einer “Hochregallager-Ästhetik”. Vielleicht haben die Architekten der “Kalkmann-Wohnwerte” ein paar ansprechendere ästhetische Ideen.
Wenn der Kindergarten im Erdgeschoss neben einer Ladenzeile angesiedelt werden soll, dann muss das Problem der Freiflächen kinderfreundlich gelöst werden.
Die Erdgeschosszone sollte eine möglichst hohe Durchlässigkeit für die Öffentlichkeit haben, wie es der städtebauliche Ideenwettbewerb 2004 noch vorsah.
Wenn es den neuen Eigentümern dann noch gelingt, den Parkplatzbedarf für Autos ausreichend auf dem Grundstück unterzubringen, ausreichende überdachte, ebenerdig zugängliche Fahrradparkplätze zu schaffen und schließlich ein modernes, an den Zielen der ökologischen Verkehrswende orientierten objektbezogenes Verkehrsmanagement umzusetzen, dann hätte sich möglicherweise der Investorenwechsel sogar gelohnt.
Wir entnehmen der Presse, dass die neuen Eigentümer in jedem Falle auf die Staffelgeschosse verzichten werden, d.h. sie akzeptieren die Bedingungen der Veränderungssperre . Dies findet natürlich unsere Zustimmung. Offen bleibt lediglich die Frage, für was denn nun STRABAG noch Schadensersatz einfordern kann, wenn es bereits neue Eigentümer gibt ? Und: übernehmen die neuen Eigentümer auch die Kosten der Umgestaltung des öffentlichen Straßenraums, wie es im städtebaulichen Vertrag mit STRABAG vorgesehen war ?
Wenn das alles zutrifft: Dann ist der Baudeal in der Bahnhofstraße vielleicht doch nur Monopoly-Light.
Einladung:„Machen Sie mit: Verkehrswende jetzt!“
am 12.10.2011 um 19.00 Uhr im Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei Heidelberg
Der VCD Regionalverband Rhein-Neckar e.V. und das Netzwerk Verkehrswende Heidelberg lädt alle Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Verkehrsclubs Deutschland zur Diskussionsveranstaltung „Verkehrswende jetzt!“ am 12.10.2011 um 19 Uhr in den Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei Heidelberg ein.
Als kompetente Festredner werden diese Personen die Diskussion zur Verkehrswende in Heidelberg starten:
Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg: Verkehrswende im Land: Wie soll nachhaltige Mobilität in Baden-Württemberg umgesetzt werden?“
Gerd Würdemann, Vorstand der Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr und ehem. Projektleiter Verkehr und Umwelt im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn: Grenzen des Verkehrs: Warum ist eine Verkehrswende erforderlich?“
Ingolf Hetzel, Vorstandssprecher des Verkehrsclubs Deutschland Regionalverband Rhein-Neckar e.V. Verkehrswende in Heidelberg: Wie kann eine „Verkehrswende für Heidelberg“ aussehen?“
Heidelberg ist in Bewegung: überall wird gebaut, geplant, diskutiert und beschlossen. Allein, es fehlt das übergeordnete Konzept für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung. Welche gemeinsamen Ziele streben die Stadt Heidelberg und ihre Bürgerinnen und Bürger an?
Beispiele für die breite Themenpalette, die als Ziele im Rahmen der Verkehrswende in Heidelberg dienen können und bei späteren Veranstaltungen vertieft werden sollen, sind z.B.:
Vernetzte Stadtentwicklung: Verkehrswende und Energiewende miteinander verknüpfen: z.B. Verkehrsvermeidung bei der Stadtentwickluing, Umweltverbund als Gerüst des innerstädtischen Verkehrs, Bahnstadt – zukunftsfähige Mobilität im Stadtteil der Passivhäuser, Konversion der Siedlungsgebiete der US-Armee – Jahrhundertchance aktiv gestalten…
Umweltfreundlich und sozial unsere Mobilität sichern:
z.B. bezahlbare Mobilität für Alle,Tempo 30 in der Stadt, dadurch weniger Lärm und Abgase und mehr Sicherheit auf den Straßen, Shared Space……..
Den motorisierten innerstädtischen Verkehr auf die menschlichen Füße stellen, Vorfahrt für die ökologische Mobilität:
z.B. Stadt der sicheren, bequemen, kurzen und schnellen Fuß- und Radwege, Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Menschen sichern, Shared Space in allen Stadtteilen…….
Umstieg auf den Umweltverbund forcieren: z.B. nachholende Investitionen für Radwege- und Fußwegenetze, öffentlichen Nahverkehr attraktiver gestalten und ausbauen……….
Da die Verkehrswende nur dann schnell und erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn sie von möglichst vielen Menschen und Organisationen unterstützt wird, hat sich in Heidelberg ein „Netzwerk Verkehrswende“ gegründet, dem bisher folgende Gruppen angehören:
ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg, Beirat von Menschen mit Behinderungen (bmb), BI Netzwerk / BI Lebendige Bahnhofstraße, BUND Heidelberg, Fahrgastbeirat Heidelberg, Frauen pflegen Frauen, Fußgängerschutzverein / Fuß e.V., NABU Gruppe Heidelberg, Ökostadt Rhein-Neckar, VCD Rhein-Neckar